Chronik

Die Entstehung der Schule Drielake

Zeitraum 1650 - 1859

Die Entwicklung der Schule Drielake ist eng mit der Gründung der ersten Schule in Osternburg verknüpft. Die erste Osternburger Schule wurde zur Zeit Graf Anton Günthers im Jahre 1650 gegründet. Im Laufe der nächsten 200 Jahre wuchs der Stadtteil Osternburg stetig an.

Eine Glashütte, eine Spinnerei und eine Färberei waren der neue Arbeitsplatz für viele Arbeiter. Für die Kinder der Arbeiterfamilien reichte die erste Schule nicht mehr aus.

1859 wurde deshalb die zweite Osternburger Schule gegründet. Zu ihrer Eröffnung besuchten die ersten 128 Kinder die neue einklassige Schule.

 

Zeitraum 1859 – 1864

Im Zeitraum dieser fünf Jahre wurde Osternburg in zwei Schulbezirke eingeteilt. Am 9. Juni 1864 beschloss der „Schulachtsausschuß“, dass die Schule Drielake zukünftig eine eigene Verwaltungseinheit darstellte.

Zeitraum 1864 – 1898

Ab 1864 gab es dann schon zwei Klassen. Durch die Vergrößerung der Osternburger Industriebetriebe wuchsen die Bevölkerung und damit auch die Zahl der schulpflichtigen Kinder stetig an.

1869 ist die Zahl der schulpflichtigen Kinder so hoch, dass ein Stockwerk auf das Schulhaus aufgesetzt werden muss. Man hatte inzwischen drei Klassen. Eine vierte Klasse wurde 1881 eingerichtet. Die Klassen waren so sehr überfüllt, dass in den Nachbargebieten wie Neuenwege und Drielakermoor bis 1898 weitere Schulen erschaffen werden mussten.

Zeitraum 1902 – 1914

 

Osternburg entwickelte sich so rasant, dass die Drielaker Schule in den Jahren 1859 bis 1914 von einer einklassigen Schule zu einer achtklassigen Schule anwuchs. Diese dramatische Entwicklung führte um das Jahr 1900 zur absoluten Platznot an der Drielaker Schule.

Geplant wurde zunächst, dass ein Anbau ausreichen müsste. Diese Idee wurde dann verworfen und man entschied, dass die zweite Drielaker Schule am Sandweg gebaut werden sollte. 1903 wurde der Schulbetrieb im Neubau am Sandweg aufgenommen. Ab 1903 gab es deshalb eine neue und eine alte Schule Drielake.

Der Schulneubau des zweiten Schulgebäudes 1903 bewältigte nur kurzfristig die steigenden Schülerzahlen. Bauliche Veränderungen schienen unzweckmäßig, so dass nur ein größerer Neubau für die wachsenden Schülerzahlen errichtet werden musste. 

1914 wurde der Neubau auf dem Gelände des alten Schulhauses, das dafür abgerissen wurde, gebaut. Anschaulich ist der Grundriss, der die Nutzung der Räume kennzeichnet (zum Vergrößern anklicken). 

Entwicklung der Schule im frühen 20. Jahrhundert

Schon im Frühjahr 1914 war der Neubau bezugsfertig. Durch den ersten Weltkrieg, der im Sommer 1914 ausbrach, wurden in der neuen Drielaker Schule Truppenein-quartierungen vorgenommen. Folgen, der Zwangseinquartierungen, waren größere Schäden an der Ausstattung sowie verärgerte Lehrerinnen, die in der neuen Schule wohnten.   

Durch den Neubau der Drielaker Schule 1914 wurde Platz für acht Klassen geschaffen und mit jeder neuen Klasse wurde eine neue Lehrkraft erforderlich. Aber nicht nur durch die Gründung neuer Klassen wurden weitere Lehrkräfte notwendig, sondern auch durch die Tatsache, dass Drielaker Lehrer sich an andere Schulen versetzen ließen. Es mussten immer wieder Anzeigen im Oldenburger Schulblatt, das damals wöchentlich erschien, veröffentlicht werden. Häufig kamen die Lehrer der Drielaker Schule aus kleinen Orten des Oldenburger Landes. Sie wollten möglicherweise in der Nähe ihrer Landeshauptstadt arbeiten.

Im 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert wohnten die Lehrer in der Schule. Unterschieden wurde zwischen einem sogenannten Hauptlehrer, der eine vollständige Lehrerwohnung zugewiesen bekam und den Nebenlehrern, die nur Anspruch auf ein Zimmer im Schulhaus besaßen.

Die humanistischen Ideale, die die Neugestaltung des deutschen Bildungssystems vorsahen, machten auch vor der Schule Drielake nicht halt. So schlossen sich die Lehrer im Oldenburger Land zu Konferenzen zusammen. Idee dieser Treffen war, dass so eine regelmäßige Möglichkeit zur Fortbildung bestand sowie der Austausch von bekannten und neuen Lehrmethoden umgesetzt werden konnte.

Die Lehrerschaft der Drielaker Schule gehörte der Konferenz Osternburg an. Üblich war, dass man sich bei diesen Tagungen in einer der teilnehmenden Schulen traf. Aus der einladenden Schule zeigte ein Lehrer eine Unterrichtsstunde. Danach erteilte ein anderer Lehrer aus dem Osternburger Konferenzteam eine weitere Stunde. Im Anschluss wurden dann die beiden Unterrichtsstunden besprochen. Schul- und Unterrichtsprobleme wurden erörtert und man suchte nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Diese Tagungen gaben aber auch den Anlass über den Einsatz neuer Schulbücher und neuartiger Lehrmethoden zu diskutieren. Der nachstehende Ausschnitt aus dem Oldenburgischen Schulblatt macht die pädagogische Entwicklung jener Zeit deutlich.

Die reformerische Entwicklung der Drielaker Schule darf aber nicht über die tatsächlichen Bedingungen, die in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens existierten, hinwegtäuschen. So wurde der Unterricht, im Vergleich zu heutigen Unterrichtsmethoden, völlig anders durchgeführt.

1859 mussten noch 128 Kinder als Schulanfänger in einem Klassenraum unterrichtet werden. Auch noch kurz vor der Jahrhundertwende um 1898 besuchten noch etwas über 100 Schüler den untersten Jahrgang, obwohl die Klassenräume und das Mobiliar für etwa 80 Kinder ausgestattet waren. Der Unterricht fand damals noch vormittags und nachmittags statt. Für die Schulanfänger wurde erst in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts der ausschließliche Vormittagsunterricht eingeführt.

Die Massenbeschulung war nur eine der besonderen Belastungen für die pädagogische Arbeit jener Zeit. So kam es vor dem ersten Weltkrieg immer wieder vor, dass die Schule für einige Wochen wegen der Verbreitung ansteckender Krankheiten wie Masern und Diphterie geschlossen werden musste.

Unterrichtsausfälle waren aber nicht nur aufgrund von Epidemien erforderlich, sondern auch aufgrund unbesetzter Lehrerstellen, Krankheitsausfällen von Lehrkräften sowie einer längeren Beurlaubung eines Lehrers wegen seiner Abgeordnetenpflichten notwendig.  Die Unterrichtsvertretung konnte nur schlecht oder manchmal auch gar nicht umgesetzt werden.

Schon im Frühjahr 1914 war der Neubau bezugsfertig. Durch den ersten Weltkrieg, der im Sommer 1914 ausbrach, wurden in der neuen Drielaker Schule Truppeneinquartierungen vorgenommen. Folgen, der Zwangseinquartierungen, waren größere Schäden an der Ausstattung sowie verärgerte Lehrerinnen, die in der neuen Schule wohnten.

Durch den Neubau der Drielaker Schule 1914 wurde Platz für acht Klassen geschaffen und mit jeder neuen Klasse wurde eine neue Lehrkraft erforderlich.    
Aber nicht nur durch die Gründung neuer Klassen wurden weitere Lehrkräfte notwendig, sondern auch durch die Tatsache, dass Drielaker Lehrer sich an andere Schulen versetzen ließen. Es mussten immer wieder Anzeigen im Oldenburger Schulblatt, das damals wöchentlich erschien, veröffentlicht werden. Häufig kamen die Lehrer der Drielaker Schule aus kleinen Orten des Oldenburger Landes. Sie wollten möglicherweise in der Nähe ihrer Landeshauptstadt arbeiten.

Im 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert wohnten die Lehrer in der Schule. Unterschieden wurde zwischen einem sogenannten Hauptlehrer, der eine vollständige Lehrerwohnung zugewiesen bekam und den Nebenlehrern, die nur Anspruch auf ein Zimmer im Schulhaus besaßen.

 

Schülereindrücke aus der frühen Zeit des 20. Jahrhunderts

Zu jener Zeit gab es in den Klassenräumen große Öfen. Die Öfen wurden mit Holz oder Torf befeuert. In Notzeiten mussten auch die Schülerinnen und Schüler Holz zum Heizen der Klassenräume mitbringen. Die Sitzbank war fest mit dem Tisch verbunden. So konnte man nicht kippeln oder Tisch und Stuhl verschieben.

Im Tisch gab es Vorrichtungen, damit die Tintenfässer ohne viel Bewegung immer am gleichen Platz standen. Die Kinder hatten wenige Bücher und häufig fehlte auch der Tornister.

Von April bis Oktober gingen die allermeisten Schüler barfuß zur Schule. Das Schuhwerk war nicht selten aus Papier und musste ständig mit Stoffflicken ausgebessert werden. Der Lehrer saß am Pult vor der Tafel, zu dem man nur über ein paar Stufen gelangte. So konnte er von oben auf alle Schüler sehen.

Die Kinder hatten jeden Tag Religion. Außerdem wurden die Fächer Rechnen, Schreiben und Schönschreiben erteilt. Die Mädchen erhielten dann auch noch den Handarbeits-unterricht. In einer Klasse waren generell mehr als 40 Schülerinnen und Schüler. Es gab auch Klassen in denen mehr als fünfzig Kinder beschult werden mussten.

In den Wintermonaten mussten die Klassen beheizt werden. Alle Schüler, die in der Nähe eines so genannten Kanonenofens saßen, schwitzten, alle anderen froren erbärmlich.

In den Pausen spielten die Kinder auch damals schon gern Fußball. Der Ball wurde allerdings aus alten Stoffresten geformt und hielt den Anforderungen nicht lange stand.

Die Prügelstrafe war zu jener Zeit noch ein adäquates Erziehungsmittel, das immer wieder angewandt wurde. Außerdem mussten zahlreiche Kinder schon als 10-jährige in der Glashütte arbeiten. Erlaubt war die Kinderarbeit in der Glashütte erst ab 14 Jahren. Die zehnjährigen Kinder übernahmen zunächst die leichteren Arbeiten. Sie erhielten kein Geld, sondern halfen zumeist dem Vater bei der Arbeit. Im Alter von 14 Jahren mussten die jungen Menschen dann den körperlich sehr anstrengenden Arbeitsprozess übernehmen.

Auch während der Ferien mussten viele Kinder arbeiten. So wurden die Herbstferien als so genannte Kartoffelferien bezeichnet. Während der Kartoffelferien mussten die Schulkinder auf die Äcker um die Kartoffeln mit den Händen auszubuddeln. Die Herbstferien dauerten deshalb auch vier Wochen. Das verdiente Geld mussten die Kinder ihren Eltern geben. Nur wenige Groschen (heute Cent) durften sie selbst behalten.

Zeitgleich fand der Kramermarkt statt. Dies war für alle Kinder ein riesiges Erlebnis, sie hatten aber kaum Geld sich die Attraktionen auf dem Kramermarkt zu leisten.

Im frühen 20. Jahrhundert kannte man auch an der Grundschule Drielake die Schulspeisungen. Die Kinder erhielten eine Semmel und ein Glas Milch. Das Schulessen musste bezahlt werden. Die Geldnot war groß und deshalb konnten nur wenige Kinder an der Schulspeisung teilnehmen. Kostenlos waren nach dem 1. Weltkrieg die Quäkerspeisungen, die von den Amerikanern zur Verfügung gestellt wurden.

Kaum ein Elternhaus konnte regelmäßig die Kleidung für ihre Kinder kaufen. So bekamen die Jungen zur Einschulung übergroße Hosen und Jacken. Die Mädchen mussten zu Beginn ihrer Schulzeit viel zu weite und lange Kleider tragen. Die Garderobe mussten dann die gesamten Schuljahre getragen werden. Bei der Schulentlassung waren die Kleidungsstücke viel zu kurz und eng geworden.

Wenn Kinder nach der vierten Klasse die Realschule oder das Gymnasium besuchen wollten, konnten die allermeisten Familien aus Osternburg dies nicht bezahlen.
Der Besuch dieser Schulen kostete bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts noch Geld. Für den Besuch einer Realschule wurden bis zu 10 Reichsmark fällig, Gymnasien kosteten etwa doppelt so viel. Familien, die im Monat etwa 25 Reichsmark zur Verfügung hatten, konnten ihren Kindern keine Bildungsmöglichkeit an höheren Schulen ermöglichen.

Zeitraum 1932 – 1945

Die Vorkriegszeit war für die meisten Familien in Drielake durch Hunger und Arbeitslosigkeit geprägt. Viele Ansässige hatten ein kleines Stück Gartenland. Darin standen Johannisbeer- und Stachelbeersträucher. Außerdem pflanzte man Spinat, Radieschen und Kartoffeln an. Glücklich konnten die Bewohner sein, die sich auch noch einen kleinen Viehbestand halten konnten. Die Küchenabfälle wurden an Hühner, Enten und Kaninchen verfüttert. Wer es sich leisten konnte, hielt sich auch ein Schwein. So konnten sich die Familien in besonders schlechten Zeiten mit Fleisch versorgen.

Noch bis in die 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die Kinder nach den Osterferien eingeschult. In den 30iger Jahren gab es schon gemischte Klassen. In gemischten Klassen wurden Jungen und Mädchen gemeinsam in einer Klasse beschult. Die verschiedenen Geschlechter durften jedoch nicht zusammen sitzen. Anschaulich zeigt das Foto aus dem Frühjahr 1926 wie viele Mädchen und Jungen in einer Klasse waren.

Es gab aber auch noch Schulen auf denen ausschließlich Jungen oder Mädchen beschult wurden. Zur Einschulung bekam jedes Kind eine Schiefertafel, die man mit einem Griffel oder mit einem Kreidestift beschreiben musste. Schiefertafeln wurden aus dem Gestein Schiefer hergestellt, welcher in Bergwerken gewonnen wurde. Eine Schiefertafel war ungefähr 20 cm lang und ungefähr 15 cm hoch. Eingerahmt war die Schiefertafel wie ein Bilderrahmen mit Holzleisten. Eine Holzleiste hatte ein Loch durch die ein Bindfaden gezogen wurde. An diesem Bindfaden war ein Tafellappen festgemacht. Griffel waren zumeist rund gedrehte, manchmal auch vierkantige, massive Stifte von 4 bis 6 mm Durchmesser. Die Griffel bestanden wie die Schiefertafeln aus Schiefer. Sie waren in der Regel mit einer oder mehreren Lagen Papier umwickelt. Die Griffel oder Kreidestifte wurden in einer Griffelbüchse transportiert.

Auf einer Seite der Schiefertafel waren rote Linien markiert. Hier musste man besonders sauber auf den so genannten Sütterlin-Linien schreiben. Sütterlin war die damalige Schrift, die in den Schulen geschrieben wurde.

Sütterlin schrieb man in der Schule Drielake.

Auf der anderen Seite der Schiefertafel waren kleine Karos, die man für Rechenaufgaben benutzen konnte. Wenn die Tafel vollgeschrieben war, nahm man den eigenen kleinen Schwamm, der in einer kleinen Schwammdose zur Schule mitgebracht wurde. Mit dem feuchten Schwamm wischte man die Tafel ab. Danach musste man die Schiefertafel gründlich mit dem Tafellappen abreiben. Auf einer nassen Tafel konnte man unmöglich schreiben.

Wenn man z. B. auf dem Schulweg raufte, konnte es passieren, dass die Schiefertafel zerbrach. Dies hatte erhebliche Konsequenzen. Entweder erhielt man dafür vom Lehrer oder vom Vater Prügel. Eine neue Schiefertafel kostete 50 Pfennige. Das war damals sehr viel Geld, weil die meisten Familien nicht mehr als 30 Mark im Monat zur Verfügung hatten. Hinzukam, dass mit der Schiefertafel auch meist die Griffel kaputtschlugen. Griffel konnten nicht, wie heute die Blei- oder Buntstifte, angespitzt werden. Die Spitze des Griffels konnte nur mit einem Messer wieder schreibfähig gemacht werden. Messer hatten die Kinder nicht in der Schule. Jeder war gezwungen, darauf zu achten, dass der Griffel spitz und benutzbar blieb.

Morgens, wenn man zur Schule kam, musste jedes Schulkind dem Lehrer alles auf den Tisch legen. So zeigte man, dass alle Schulmaterialien mitgebracht worden waren. Wenn man etwas vergessen hatte, wurde man ebenfalls verprügelt.

Während des zweiten Weltkrieges mussten die Schülerinnen und Schüler der damaligen Volksschule die Schule wechseln. Sie wurden in der Drielakermoorschule in Tweelbäke beschult. Die Räume der Schule Drielake wurden von der Gestapo – Geheime Staatspolizei der Nationalsozialisten – als Arbeitserziehungslager genutzt. Zwangsarbeiter, die in der Regel aus anderen Ländern stammten, mussten unentgeltlich   körperlich schwere Arbeit leisten. Wer sich dem Arbeitsdienst entzog, musste mit weitreichenden Folgen rechnen (kein Essen, keine Schlafstätte, körperliche Züchtigungen, die bis zum Tode führen konnten).

Zeitraum 1945 – 1948

Während dieser Jahre erlebte Drielake eine Besatzungszeit durch die Alliierten. Viele Häuser waren beschossen worden. Im Mai 1945 marschierten amerikanische, kanadische und englische Truppen in Drielake ein. Die alliierten Mächte befreiten zunächst die Menschen in den Gefangenenlagern und nutzten dann die nur gering zerstörte Stadt Oldenburg zum Wiederaufbau der Region.

Die Infrastruktur konnte aufgrund noch bestehender Strukturen schneller und besser aufgebaut werden. Die Besatzungstruppen zogen vorrangig in Wohnungen am Leffersweg ein. Die dort wohnenden Familien musste sich eine andere Bleibe suchen. Für die Drielaker Kinder war diese Zeit nicht so belastend. Kurze Zeit nach der Besatzung durften die Drielaker Kinder in der Küche der Besatzer helfen. Dafür erhielten sie ein Stückchen Fleisch, Brot und Wurst. Die Schule war geschlossen und die Kinder sorgten für sich und ihre Familien.

Im Zuge des Nachkriegsaufbaus werden schon 1946 die allgemeinbildenden Schulen wieder geöffnet. Bis 1948 werden die Drielaker Schulkinder mit regelmäßigen Schulspeisungen versorgt. Ab dem 20. Juni 1948 trat die Währungsreform in Kraft. Damit waren die Kriegs- und Nachkriegszeiten überstanden und man brauchte keine Lebensmittelkarten und Bezugsscheine mehr. Ab Ende Juni 1948 wurde die alte Reichsmark als ungültig erklärt und man konnte mit 40 Mark pro Kopf langsam wieder den Lebensunterhalt sichern.

Entwicklung der Schule Drielake bis heute

Nach der Aufnahme bis zum Ende der 60iger Jahre war die Schule Drielake noch eine Volksschule. Bis zum Ende des Jahrzehnts verblieben noch wenige höhere Klassen der Volksschule an der Drielaker Schule. In den 70iger Jahren wurde aus der Volksschule eine Grundschule, in der ausschließlich Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse beschult wurden.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Oldenburg führte dazu, dass Wanderarbeiter aus der Türkei angefordert wurden. Im Laufe der Jahre zogen auch komplette Familien nach Drielake. Die Kinder der Familien wurden durch deutschsprachige Helfer unterstützt. Ziel war, dass sich die Kinder der damals so genannten Gastarbeiterfamilien schneller in das fremde Schulleben eingewöhnen konnten. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Ausländer nach Drielake, deren Väter vorrangig in der Oldenburger Glashütte arbeiteten. Die jungen Kinder dieser Familien wurden in der Grundschule Drielake angemeldet.

Man gründete deshalb Klassen, in denen ausschließlich Ausländerkinder [1] unterrichtet wurden. Auch die Nachbarschulen schickten die Kinder von ausländischen Familien in die Klassen der Grundschule Drielake. An der Grundschule Drielake gab es schon vor über 40 Jahren eine Formular der Willkommens-klassen bzw. eine frühe Entwicklung heutiger Sprachlernklassen. Ab dem Frühjahr 1973 wurden auch türkische Lehrer für einen herkunfts- sprachlichen Unterricht im Fach Türkisch eingesetzt.

Im Jahr 1976 wurde eine weitere Klasse für italienische Kinder eingerichtet. Aus dem gesamten Stadtgebiet wurden die Grundschulkinder italienischer Einwanderer an die Grundschule Drielake gefahren. Die Schülerzahl war aber dennoch zu klein, um langfristig eine Lehrkraft für italienische Sprache an unserer Schule zu beschäftigen.    Die Oldenburger Glashütte stellte 1983 ihren Betrieb ein, so dass über 400 Mitarbeiter entlassen wurden. Viele der ausländischen Väter wurden arbeitslos. Einige dieser Familien mussten Drielake verlassen und in ihre Heimatländer zurückkehren.

Die Grundschule Drielake wurde in diesen Jahren weiter ausgebaut. 1971 weihte man die Turnhalle ein. So bekam der Ortsteil Drielake eine eigene Turnhalle, die auch heute noch sowohl für den Schulsport als auch von verschiedenen Anbietern [2] genutzt wird.

1981 wurden zwei weitere Klassenräume notwendig. Außerdem erhielt die Schule einen Werkraum. Der Anbau der Grundschule Drielake war notwendig geworden, weil in der Schule ein Schulkinder-garten eingerichtet wurde. Der Schulkindergarten nimmt vorrangig Schülerinnen und Schüler auf, die zwar schulpflichtig sind, jedoch noch etwas mehr Zeit für ihre Nachreife benötigen.

Im Schuljahr 1993/1994 war die Grundschule Drielake eine der drei Grundschulen aus dem Stadtgebiet Oldenburg die mit dem Modellversuch der „Vollen Halbtagsschule einen neuen pädagogischen Schwerpunkt wählten.

Hierzu zählte:

  • Auf- und Ausbau eines differenzierten und individualisierten Unterrichts
  • Schülerinnen und Schüler sollten sinnliche Erfahrungen sammeln und kreative Fähigkeiten entwickeln
  • Entwicklung eines offenen Schullebens
  • Ausweitung der handwerklichen, technischen, musischen und kulturellen Angebote
  • Teambildung innerhalb der Jahrgänge sowie eine Umorientierung des Unterrichts hin zu handlungsorientiertem, lebenslangem Lernprozess

Aufgrund gesellschaftlicher und behördlicher Erfordernisse wurden die Vollen Halbtagsschulen sowie sämtliche Grundschulen zu Verlässlichen Grundschulen umgewandelt. 2010 wurde auch die Grundschule Drielake zu einer Verlässlichen Grundschule gestaltet. Ziel der Verlässlichen Grundschule ist die verbindliche Beschulung im Rahmen von 5 Zeitstunden pro Tag. Familien, die eine weitergehende Betreuung benötigen, können für ihre Kinder die Angebote des Hortes in Anspruch nehmen.

Mit dem Schuljahr 2013/2014 ist die Konvention der Vereinten Nationen für Rechte von Menschen mit einem Handicap auch in die Schullandschaft integriert worden. Aufsteigend mit dem Jahrgang 1 ist auch unsere Grundschule verpflichtet einen inklusiven Lernort zu entwickeln. Als inklusive Schule nehmen wir alle Schülerinnen und Schüler auf und orientieren uns daran, dass ein individualisierender sowie vielfältig differenzierter Unterricht stattfindet. Niemand soll zurückbleiben, sondern jeder ist auch in seiner Verschiedenheit Teil unserer Schullandschaft – es gilt: No one left behind.

Ab Sommer 2014 kann ein weiteres Mittags- und Nachmittagsangebot in Anspruch genommen werden. Die Schulkinder können auch beim „Betreuten Mittagstisch“ angemeldet werden. Sie erhalten biologisch orientierte Kinderkost. Die Schulkinder bleiben bis 14.30 Uhr in der Schule.

2015 erhielt die Verlässliche Grundschule einen Musikraum. Dieser Musikraum bietet mit Schlagzeug, Klavier, Gitarren und vielen anderen Instrumenten ein reiches Spektrum für die musische Ausbildung der Drielaker Schulkinder.

Im gleichen Jahr wurde ebenfalls die neue Lehrküche eingeweiht. Hier können die Kinder im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften Koch- und Backkünste erlernen.

2016 erhielt unsere Grundschule eine neu gestaltete Schulbücherei. Aktuelle Kinder- und Sachbücher sorgen für umfangreiche Möglichkeiten die Lesekultur zu unterstützen. Darüber hinaus versuchen wir durch interessante Vorführungen im Rahmen des Bilderbuchkinos die Motivation zum Lesen sowohl für unsere Schulkinder als auch für die Kindergartenkinder zu entwickeln. Des Weiteren wird mit Hör-CDs, Hörbüchern und Hörstiften ein neuer medialer Bereich für die Leseförderung aufgegriffen, der die Entwicklung zu einer Lesekultur motivierend unterstützt.

Im Mai 2016 wurde ein Klassenraum mit einem interaktiven Whiteboard ausgestattet. Hiermit lassen sich auch für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Drielake neue mediale Schwerpunkte umsetzen. Kurze Audio-/Videoausschnitte können so vom USB-Stick, einer DVD o.ä. für den Unterricht schnell und gezielt einsetzen.

Planung ab 2017

Geplant ist für die Grundschule Drielake eine Ganztagsschule. Das Interesse und der Bedarf für eine Ganztagsbetreuung sind sehr groß. Wir sind bestrebt, diese Wünsche und Bedürfnisse möglichst individuell zu erfüllen.